Artikel ·Gedanken

Ich werde grau

„Ein graues Haar, wieder geht ein Jahr…“ höre ich Hartmut Engler von Pur in meinem Kopf singen.

Als ich mich im Februar dieses Jahres dazu entschieden habe, meine Haare nicht mehr zu färben und dies auch nach Außen kommuniziert habe hörte ich Sätze wie:

Echt? Boah ist das mutig“ oder „Aber dann wirkst du doch viel älter“

Warum ist es mutig, der Natur der Dinge Ihren Lauf zu lassen und nicht nur zum eigenen Alter, sondern auch zum Alter generell zu stehen?

Ich werde nächsten Monat 47 Jahre alt, warum darf ich keine grauen Haare haben, geschweige denn sie zeigen und das mit Stolz? Ab wann darf ich denn graue Haare haben? Wer bestimmt darüber?

Es ist zum einen die Konditionierung, die in meinem Kopf ist, zum anderen die Werbung und die sozialen Medien, die mir suggerieren so lange wie möglich jung, frisch und spritzig zu erscheinen.

Dann wiederum kommt irgendwann die Zeit, in der ich mich lächerlich mache, wenn ich meine Haare noch färbe. Ich erscheine eitel, wenn ich mir mit 80 Jahren noch brünett bin. Das ist doch absurd.

Mittlerweile ändert sich die Wahrnehmung in Bezug auf natürliche „graue“ Haare, wenn sie auch noch längst nicht in allen Köpfen angekommen ist. Ausschlaggebend hierfür ist vielleicht auch Birgit Schrowange, die sich plötzlich und völlig unerwartet mit grauen Haaren und neuer Frisur zeigte. Und damit war sie tatsächlich für eine ganze Zeit Gesprächsthema in Deutschland. Als wenn es nichts wichtigeres geben würde. Das, was wichtig an der „Verwandlung“ von Frau Schrowange ist, ist die Erkenntnis, dass es erlaubt ist, zu dem zu stehen, was man ist, wer man ist, sich nicht mehr zu verstecken und der ewigen Jugend hinterher zu rennen.

Denn ich definiere mich doch nicht wirklich über das Äußere. Jugendlichkeit, Spritzigkeit und Elan vermittele ich mit meinem Wesen, es heißt nicht umsonst, man ist so alt wie man sich fühlt. Ich lasse mir nichts einreden. Zudem ist es völlig in Ordnung, dass ich kein junger Hüpfer mehr bin. Ich bin stolz auf meine Erfahrung, die ich in all den Jahren sammeln durfte, die eben diesen jungen Hüpfern fehlt. Ebenso lasse ich mir nicht mehr einreden, dass ich ab einem gewissen Alter bestimmte Dinge nicht mehr tun sollte. Ich bin wie ich bin und das ist gut so.

Ich bin gut so, wie ich bin.

Doch wieso schreibe ich das hier eigentlich?

Irgendwann, als ich mir den verblassenden weißen Ansatz meiner Haare angesehen habe und die übliche Erkenntnis, die Millionen von Frauen kennen in mir aufkam, dass es Zeit wird, meine Haare wieder zu färben, hörte ich eine Stimme in mir fragen:

„Warum eigentlich“?

Ich hörte in mich hinein und mein Verstand kam zu folgendem Ergebnis:

Ich sehe alt aus mit grauem Haar.
Ich sehe ungepflegt aus, mit dem sich zeigendem Ansatz von grauem Haar.
Man sieht, dass meine Haare gefärbt sind.

Dann horchte ich tiefer in mich hinein, in meinen Bauch und der teilte mir folgendes mit:

Steh doch zu dir und deinem wahren Äußeren.
Verstecke dich nicht mehr vor anderen und erst recht nicht vor dir Selbst.
Sei stolz auf dich und deine grauen Haare.
Es sind nur Haare.
Du bist nicht deine Haare.

Und seit diesem Moment an freue ich mich über jedes neue nicht pigmentierte Haar, über jede Strähne, die zum Vorschein kommt und mich zu etwas besonderen macht. Denn kein ergrauter Kopf gleicht dem anderen, jeder für sich ist einzigartig und das ist gut so!

Ich möchte niemanden anklagen oder Schwäche unterstellen der sich weiterhin die Haare färbt, ich habe es ja selbst Jahrelang getan. Ich möchte lediglich einen Impuls senden, sich zu fragen, aus welchem Grund man sich die ergrauten Haare färbt. Wenn du dich mit den gefärbten Haaren einfach wohler fühlst, so ganz für dich selbst und nicht, weil andere sonst denken könnten….dann mach das.

Wenn es aber nicht so ist, trau dich und lass der Natur ihren Lauf. Es ist sehr befreiend.

Liebe Grüße

Artikel ·Hope erzählt

Das unsichtbare Band

Gestern hat meine Menschin sich Fotos von Balou, meinem Best Kumpel ever angeschaut. Balou ist bereits vor langer Zeit ins Regenbogenland gegangen Meine Menschin hat ein Bild gefunden, auf dem Balou und ich über ein Feld rennen und vor lauter Freude ganz aus dem Häuschen sind. „Hach Balou, wie es dir wohl geht?“ höre ich… Weiterlesen Das unsichtbare Band