Artikel ·Little Stories of my Life

Wie ich meine Vergangenheit verarbeite

Der Apothekerschrank

Die Schubladen gefüllt mit Erinnerungen, die wahllos hineingeworfen wurden, damit sie erst einmal aus dem Kopf sind. Nichts passt zusammen, es ist das reinste Chaos in diesen Schubladen. Weil nichts in diesen Schubladen ist, was zusammen einen Sinn ergibt. Und das wissen um dieses Chaos bleibt bestehen, da kann ich noch so sehr versuchen, es zu verdrängen.

Diesen Apothekerschrank nenne ich „Die unverarbeitete Vergangenheit“ Wir alle haben diese Vergangenheit, können uns nicht davon freisprechen und sie hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Jeder geht anders damit um.

Ich habe sie lange Zeit versucht zu verdrängen, hab manche Erlebnisse aus meiner Vergangenheit sogar als „normal“ empfunden. Daraus entstanden sind Traumata und Depression. Und es ist an der Zeit für mich, in den Ist Zustand zu kommen, dorthin, wo ich heute stehe. Das was ich bin, muss ich nicht aufgrund meiner Vergangenheit bleiben. Ich darf nach vorne schauen, weil ich mit dem was hinter mir liegt Frieden geschlossen habe. Wie sich dieser Knoten bei mir gelöst hat, erzähle ich an anderer Stelle. Geholfen hat mir dabei mein Therapeut, meine Seelenmenschen Sabine und Frank und ein Buch. Mehr davon aber wie gesagt später, in einem anderen Artikel.

Hier soll es jetzt um die Sortierung und Verarbeitung meiner Vergangenheit, meiner Erinnerungen gehen. Dabei soll mir mein imaginärer Apothekerschrank mit seinen vielen Schubladen, große wie kleine eine Hilfe sein.

Das Sortieren der Vergangenheit

Was darf wirklich weg? Weg im Sinne von „Muss mich nicht mehr belasten“. Was darf erst einmal noch bleiben, weil ich mich zu einem späteren Zeitpunkt noch intensiver damit auseinander setzen möchte, was muss auf jeden Fall bleiben, weil es eine schöne Erinnerung ist, denn auch diese kommen in meinen schönen alten Apothekerschrank. Vergangenheit ist das Erinnern an Situationen, an Momente die wir erlebt haben. Selbst wenn die Dauer derer nur ganz kurz war, können sie sich tief in unserem Gedächtnis verankern. Die Erinnerung bleibt, nur die Sichtweise darauf kann sich ändern.

Ich denke, somit für mich einen Weg gefunden zu haben, mit meiner Vergangenheit, mit mir ins Reine zu kommen. Mit meinem großen, alten Apothekerschrank, mit ganz vielen kleinen und großen Schubladen, in denen ich all meine Traumata, die mich von Kindheit an begleiten hinein sortiere, umsortiere, weil ich sie aus einer anderen Sichtweise betrachten kann, nachdem ich sie mir genau angeschaut habe. Ihnen den Schrecken nehme, indem ich meinem inneren Kind erkläre, was passiert ist, damit es verstehen kann, was es damals nicht verstehen konnte, weil niemand mit ihm über all die Dinge gesprochen hat, weil niemand das Kind in den Arm genommen und getröstet hat.

Ein weiteres Mittel, das mir hilft, der Mensch zu sein, der ich eigentlich bin. Ohne Traumata, ohne Konditionierung.

Auf den Schubladen meines Apothekerschrankes werden folgende Inhalte stehen:

  • Familie
  • Gefahr
  • Gewalt
  • Misshandlung
  • Tod
  • Zuhause
  • Mobbing
  • Beziehung

Diese Schubladen sind mal größer, mal kleiner und beinhalten mehrere Kapitel, denn zu jedem Thema gibt es mehr als nur eine Geschichte. Die meisten handeln von Themen aus meiner Kindheit, andere aus meinem Erwachsenen Leben. Ich möchte diese Schubladen, in diesem wunderschönen alten Apothekerschrank gerne hier auf meinem Blog aufräumen. Eventuell hilft es dir, Dinge zu verarbeiten und sortiert zu bekommen, damit das Chaos auch bei dir etwas kleiner wird.

Ich entscheide, nach welcher Reihenfolge ich diese Schubladen ausräume und sortiere. Mein Bauchgefühl sagt mir, mit dem Thema Tod zu beginnen. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber es fühlt sich richtig an. Der Tod hat mich schon durch meine Kindheit begleitet, mit all dem, was er so zu bieten hat. Tod durch Unfall, Suizid, Mord und klar, auch Krankheit.

Meine Schublade Tod ist aufgeteilt die Kapitel:

  • Das kleine rote Auto
  • Kann man Enten essen?
  • Ulli
  • Ralf
  • Suizid in der Gartenlaube
  • Kopfschuss
  • Mach`s gut Omi
  • Das Herz, das nicht mehr kann
  • Der schönste Ort zu sterben
  • Papa

Das kleine rote Auto

Es ist einer dieser heißen Sommertage, an denen die Luft steht und diese optische Täuschung auf der Strasse zu sehen ist, die Papa Fata Morgana nennt, weil es so aussieht, als wäre da eine große Wasserpfütze ganz hinten auf der Strasse. Ich bin 5 oder 6 Jahre alt. Wir sind bei meiner Oma, meine Eltern sind im Garten und genießen den Tag. Ich stehe vor dem riesig großen Rhododendron Busch von Omas Nachbarn und schaue mir fasziniert die weißen Blüten an. Plötzlich höre ich ein lautes Quietschen und gleich darauf einen scheppernden Knall und dann ist da plötzlich diese Dauerhupe. Ich erschrecke und fahre herum und mein Herz rast wie verrückt. Ich kann aber nichts erkennen, die Hecken und Bäume auf der anderen Straßenseite lassen keinen Blick hindurch zu. Die andere Straßenseite ist das, was verboten ist von meiner Mutter. Auf gar keinen Fall darf ich die Straße überqueren. Ich höre hektische Stimmen, immer noch diese Hupe, die einfach nicht aufhören will zu schreien und ich muss meiner Neugier folgen und wechsel trotz Verbot die Straßenseite um den Geräuschen und Stimmen zu folgen, die einfach nicht immer lauter werden. Mein Herz klopft nun bis zu meinem Hals, das atmen fällt mir schwer, weil ich doch eigentlich nicht darf, aber ich muss um diese Ecke herum laufen, um zu sehen, was da passiert ist.

Ich sehe etwas rotes, war das mal ein Auto? Es sieht aus, als ist es um den Baum gewickelt worden. Ich rieche Benzin und sehe Blut, viel Blut. An der Scheibe vorne, an der Hand, die ich erkennen kann, die ganz komisch auf dem Lenker liegt. Ich stehe dort neben diesem Auto wie erstarrt und noch immer kann ich kaum atmen und spüre meinen Herzschlag im Hals, ich kann mein Herz sogar hören. Ich sehe Menschen hektisch um das Auto herumlaufen, jemand spricht mit dem Auto, bekommt aber keine Antwort. Jemand sagt; „Ich habe den Notruf gewählt, Hilfe kommt.“ Die Menschentraube wird immer größer, ich stehe mittendrin und werde herumgeschubst.

Dann höre ich plötzlich Mama hinter mir. Sie schreit meinen Namen, kaum drehe ich mich um, ist sie auch schon bei mir. Sie schimpft mich aus, wieso ich über die Straße gegangen bin, zieht mich schroff am Arm hinter sich her bis in den Garten meiner Oma. Ich weine und schluchze. Sie schickt mich in die Gartenhütte und sagt mir, ich darf dort erst wieder heraus, wenn sie es sagt. Es ist so warm in der Hütte und ich bin so aufgewühlt. Ich habe Angst, das Papa mich haut, ich höre ihn vor der Hütte schimpfen.

Ich höre auch Tatüüü Tataaaa, das irgendwann aufhört und nach kurzer Zeit wieder einsetzt. Ich sitze immer noch alleine in der Hütte, zittere, bekomme die Bilder von dem kleinen roten Auto, dass um den Baum gewickelt ist nicht aus meinem Kopf. Der Geruch von Benzin ist immer noch in meiner Nase. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt meine Mutter in die Hütte. In harschem Ton sagt sie: „Wir fahren jetzt nach Hause“. Kein Wort reden meine Eltern auf dem Weg nach Hause und ich fühle mich immer noch wie erstarrt. Mama und Papa kehren zum Alltag zurück. Es gibt Abendbrot und Mama schickt mich ins Bett. Ich liege noch lange wach und habe die Bilder im Kopf, die Geräusche im Ohr und diesen ekeligen Benzingeruch in der Nase. Ich verstehe nicht, was das passiert ist, aber es macht mir Angst.

Es ist Mittag am nächsten Tag und ich höre Mama zu Papa sagen: „ Sie hat nicht überlebt, das wäre ja aber auch ein Wunder gewesen“, Und das Leben geht weiter, ohne zu sehen, was dass was da passiert ist mit mir macht und ohne mit mir darüber zu reden. Das ist meine erste Begegnung mit dem Tod.

Heute

Wenn ich heute, in meinem Erwachsenenleben an meine erste Begegnung mit dem Tod denke, überkommt mich eine tiefe Traurigkeit. Nicht des Todes der Frau an sich wegen, was ganz klar tragisch ist, sondern mehr deshalb, wie allein gelassen ich als Kind mit diesem Erleben umgehen musste. In Gedanken nehme ich das kleine Mädchen, das ich bin, in den Arm, drücke es ganz fest und trage es weg von diesem Geschehen und tröste es. Ich warte, bis es sich beruhigt hat, sage ihr, wie erleichtert ich bin, dass ihr nichts passiert ist und dann versuche ich ihr zu erklären, was passiert ist und das auch ich nicht weiß, warum es passiert ist. Ich erkläre ihr auch, dass dieser Mensch den sie da im Auto gesehen hat gestorben ist, dass dieser Mensch nicht mehr aufwachen wird. Eben so, dass es für ein so kleines Mädchen annähernd verständlich wird. Ich beobachte das Mädchen achtsam und stehe ihr tröstend und aufmerksam zur Seite. Das ist die Arbeit mit meinem inneren Kind. Meinem Inneren Kind geht es mit dieser Situation, wie sie jetzt ist gut.

Ich versuche mich in meine Eltern, insbesondere in diesem Fall in meine Mutter in der damaligen Situation hinein zu versetzen. Das, was mir dabei bewusst wird ist, dass sie es einfach nicht besser wusste, dass sie selbst es nicht anders gelernt hat. Wie oft habe ich schon gehört, dass gewisse Dinge früher normal waren, wie sie eben waren. Das ist keinesfalls eine Entschuldigung oder Rechtfertigung, es ist vielmehr eine Erklärung.

Und diese Erklärung ermöglicht mir einen neuen Blickwinkel. Ja, es ist tragisch, das Verhalten meiner Mutter in dieser Situation war falsch, es gibt keine Entschuldigung. Aber es ist zu erklären. Und dieses erklären hilft mir, zu verzeihen und Frieden mit dem Verhalten meiner Mutter zu schließen. Eventuell hat sie auch gedacht, ich hätte den Unfall verursacht, eben weil ich einfach über die Straße gelaufen bin, was ich doch unter keinen Umständen durfte. Vielleicht hatte sie Angst um mich und konnte aus dieser Angst heraus nicht anders handeln. Ich weiß es nicht, dies sind alles Mutmaßungen, die es für mich erklärbar machen und mir helfen, Frieden mit diesem Erlebnis zu schließen. Am Ende ist es passiert, wie es passiert ist, nur der Umgang damit kann und darf ein anderer sein. Und somit darf ich dieses Kapitel sauber aufgeräumt in meine Schublade „Tod“ einsortieren und die Schublade für heute schließen.

Danke für ´s Lesen

Sei herzlichst gegrüßt

Artikel ·Gedanken

Wie du Hürden im Leben überwinden kannst

Heute morgen am Stall habe ich den sonst so stolzen Hahn beobachtet, wie er auf einem Strohballen stand. „Was für ein schönes Motiv“ dachte ich und zückte mein Handy, um ein Foto von ihm zu machen.

Als er mich bemerkte und ich ihm näher kam, sah ich, wie er nach einem Weg suchte, sich aus der für ihn unangenehmen Situation zu befreien. Er tippelte auf dem Strohballen herum, erst nach links, dann nach rechts, drehte seinen Kopf zu allen Seiten und sprang dann über die Schubkarre, mutig und entschlossen.

Was hat das jetzt mit Hürden überwinden zu tun?

Hürden sind immer wieder in meinem Leben aufgetaucht und das werden sie auch weiterhin, da mache ich mir nichts vor.

Der Hahn hat mir gesagt: „ Du kannst jede Hürde überwinden, du musst nur einen Weg finden“.

Hürden machen mir Angst, schüchtern mich ein, lassen mich zurück schrecken und verzweifeln weil ich merke, es ist mit Anstrengung und Arbeit verbunden sie zu überwinden und hinter mir zu lassen.

Es bedeutet raus aus meiner Komfort Zone zu gehen. Es benötigt Mut etwas zu wagen, was ich bisher noch nie gewagt habe. Ich könnte mich verletzen, jemand könnte mich verletzen, ich könnte Zeit verschwenden. Das kann mich schon mal in eine Art Schockstarre bringen, eine Blockade nach der anderen türmt sich auf, was zu der eigentlichen Hürde noch zu weiteren Hindernissen führt.

Was wäre jedoch, wenn ich diese aus einem anderen Blickwinkel betrachte, mich frage, ob sie wirklich so unüberwindbar sind, wie es gerade scheint? Ob sie wirklich so groß und furcht einflößend sind, so dass mein erster Impuls ist, die Beine in die Hand zu nehmen und davor wegzurennen?

Und schon sehe ich die Situation ganz anders.

Aus dem Fluchtmodus wird Kampfgeist.

Hürden zu überwinden beginnt mit dem Weg, nicht mit der Angst. Denn die Angst kommt erst, wenn ich einen Blick auf den Weg werfe, der vor mir liegt, wenn ich diese Hürde angehen möchte.

  • Wie sieht der Weg für mich aus, den ich gehen muss?
  • Muss ich ins kalte Wasser springen?
  • Muss ich Steine aus dem Weg tragen, die den Weg versperren?
  • Gabelt sich der Weg?
  • Führt der Weg über eine wackelige morsche Holzbrücke?

Hürden haben viele Gesichter.

Wenn ich ins kalte Wasser springen muss

Ich bin eher so der Typ, der den kleinen Zeh ganz vorsichtig ins Meer, in den See oder in den Pool hält und dann kreischt „Iiiiih kalt“, um den Zeh dann ganz schnell wieder aus dem Wasser zu ziehen. Was mich trotzdem voran treibt, ist zuerst einmal das Wissen, dass ich schwimmen kann, nicht gut, aber ich gehe nicht unter. Könnte ich nicht schwimmen, würde ich mir Schwimmflügel besorgen.

Gehe ich einmal davon aus, es ist Sommer, weiß ich, dass es herrlich erfrischend ist, ins kalte Wasser zu springen, auch wenn mir zuerst vielleicht die Luft wegbleibt, weil es so scheiße kalt ist…im ersten Moment! Und das ist der springende Punkt. Ja, im ersten Moment ist es unangenehm. Aber dann, wenn dieser erste Moment vorbei ist, fühle ich mich wohl.

Sollte ich jedoch in der kalten Jahreszeit ins Wasser springen müssen, stelle ich mir vor, dass da ein Mensch oder ein Tier in Gefahr wäre, welches es zu retten gilt. Würde ich dann ins kalte Wasser springen um das Leben dieses Menschen oder Tieres zu retten? Ja, das würde ich. Wieso springe ich also nicht für mich selbst ins Wasser, wenn ich bereit bin, mich für andere in Gefahr zu bringen?

Bin ich es mir selbst nicht wert?

Ich sehe mich ertrinken, aber ich stehe da am Ufer und unternehme nichts? Echt jetzt? Nein, ich bin mutig und springe, denn ob ich es schaffe mich zu retten oder nicht, kann ich erst feststellen, wenn ich es probiert habe.

Alles andere ist reine Spekulation.

Wenn ich Steine aus dem Weg tragen muss, die viel zu schwer erscheinen.

Ich kann mich entweder abrackern und mir die letzte Kraft rauben, oder ich kann mir Hilfe suchen.

Hilfe in Form von Menschen, die mir Tipps geben können, wie diese schweren Brocken aus dem Weg zu räumen sind, die mich mit ihrer Kraft und Motivation unterstützen können. Vielleicht ist da draußen ja irgendjemand, der sagt, dass er mir seinen Bagger leihen kann, um die Steine zur Seite zu schaffen.

Ich werde mir bewusst, dass es in Ordnung ist, wenn ich mir Hilfe suche, in der Form, wie ich sie benötige. Ich muss nicht alles alleine schaffen.

Auch um Hilfe zu bitten kann Angst machen und erfordert Mut. Hier muss ich über meinen eigenen Schatten springen, denn in meinem Kopf ist immer noch konditioniert, dass um Hilfe zu bitten eine Schwäche ist. Völliger Quatsch, ich habe die Stärke, mir selbst und anderen zu sagen, dass ich Hilfe benötige.

Wenn sich der Weg gabelt

Oh Nein, ich weiß nicht, in welche Richtung ich gehen soll, was ist, wenn ich in die falsche Richtung gehe, mich verrenne?

Dann gehe ich zurück zur Wegkreuzung und laufe in die andere Richtung. Eventuell sehe ich auf dem vermeintlich falschen Weg Dinge, die mir Inspiration liefern, vielleicht treffe ich Menschen, die mir Impulse geben können. Es gibt immer irgend etwas, dass ich mitnehmen kann und dann gehe ich in die andere Richtung. Vielleicht ja auch, um durch den Richtungswechsel festzustellen, dass der vermeintlich falsche Weg gar nicht so falsch war.

Wer weiß dass schon, das Leben ist voller Überraschungen.

Wenn der Weg über eine wackelige, morsche Holzbrücke führt

Ich stelle mir vor, dass schon Menschen vor mir über diese alte knarrende Brücke gelaufen sind, lange bevor sie so morsch geworden ist. Weil die Brücke marode ist, kann ich jetzt nicht mehr darüber laufen? Schade eigentlich,

aber dann ist das eben so…

Dieser Gedanke ist mir zu einfach. Auch hier ist es möglich, andere um Hilfe zu bitten, entweder mit Tatkraft oder mit Material. Eventuell stehen ja auch schon andere vor dieser Brücke und wissen nicht, wie sie es schaffen sollen, darüber zu laufen. Dann kann ich mich mit ihnen zusammenschließen und sie reparieren.

Es gibt noch unendlich viele Gegenargumente, eine Hürde überwinden zu können, doch am Ende ist die Wahrheit:

Es gibt immer eine Möglichkeit, ich muss es nur tun.

Und natürlich gibt es auch die Möglichkeit, zu scheitern. Doch auch daraus kann ich etwas positives mitnehmen, dass nenne ich dann Erfahrung. Verlieren kann ich am Ende nichts, ich kann nur gewinnen. Entweder ich habe Erfolg, oder ich habe gelernt, dass manchmal auch etwas nicht funktioniert. Ein Entweder – Oder gibt es nur, wenn ich den Mut habe es zu versuchen.

Wenn ich nichts tue, ändert sich nichts.
Alles hat seine Konsequenz.
Ich habe die Wahl.

Sei herzlichst gegrüßt

Artikel ·Gedanken

Ich werde grau

„Ein graues Haar, wieder geht ein Jahr…“ höre ich Hartmut Engler von Pur in meinem Kopf singen.

Als ich mich im Februar dieses Jahres dazu entschieden habe, meine Haare nicht mehr zu färben und dies auch nach Außen kommuniziert habe hörte ich Sätze wie:

Echt? Boah ist das mutig“ oder „Aber dann wirkst du doch viel älter“

Warum ist es mutig, der Natur der Dinge Ihren Lauf zu lassen und nicht nur zum eigenen Alter, sondern auch zum Alter generell zu stehen?

Ich werde nächsten Monat 47 Jahre alt, warum darf ich keine grauen Haare haben, geschweige denn sie zeigen und das mit Stolz? Ab wann darf ich denn graue Haare haben? Wer bestimmt darüber?

Es ist zum einen die Konditionierung, die in meinem Kopf ist, zum anderen die Werbung und die sozialen Medien, die mir suggerieren so lange wie möglich jung, frisch und spritzig zu erscheinen.

Dann wiederum kommt irgendwann die Zeit, in der ich mich lächerlich mache, wenn ich meine Haare noch färbe. Ich erscheine eitel, wenn ich mir mit 80 Jahren noch brünett bin. Das ist doch absurd.

Mittlerweile ändert sich die Wahrnehmung in Bezug auf natürliche „graue“ Haare, wenn sie auch noch längst nicht in allen Köpfen angekommen ist. Ausschlaggebend hierfür ist vielleicht auch Birgit Schrowange, die sich plötzlich und völlig unerwartet mit grauen Haaren und neuer Frisur zeigte. Und damit war sie tatsächlich für eine ganze Zeit Gesprächsthema in Deutschland. Als wenn es nichts wichtigeres geben würde. Das, was wichtig an der „Verwandlung“ von Frau Schrowange ist, ist die Erkenntnis, dass es erlaubt ist, zu dem zu stehen, was man ist, wer man ist, sich nicht mehr zu verstecken und der ewigen Jugend hinterher zu rennen.

Denn ich definiere mich doch nicht wirklich über das Äußere. Jugendlichkeit, Spritzigkeit und Elan vermittele ich mit meinem Wesen, es heißt nicht umsonst, man ist so alt wie man sich fühlt. Ich lasse mir nichts einreden. Zudem ist es völlig in Ordnung, dass ich kein junger Hüpfer mehr bin. Ich bin stolz auf meine Erfahrung, die ich in all den Jahren sammeln durfte, die eben diesen jungen Hüpfern fehlt. Ebenso lasse ich mir nicht mehr einreden, dass ich ab einem gewissen Alter bestimmte Dinge nicht mehr tun sollte. Ich bin wie ich bin und das ist gut so.

Ich bin gut so, wie ich bin.

Doch wieso schreibe ich das hier eigentlich?

Irgendwann, als ich mir den verblassenden weißen Ansatz meiner Haare angesehen habe und die übliche Erkenntnis, die Millionen von Frauen kennen in mir aufkam, dass es Zeit wird, meine Haare wieder zu färben, hörte ich eine Stimme in mir fragen:

„Warum eigentlich“?

Ich hörte in mich hinein und mein Verstand kam zu folgendem Ergebnis:

Ich sehe alt aus mit grauem Haar.
Ich sehe ungepflegt aus, mit dem sich zeigendem Ansatz von grauem Haar.
Man sieht, dass meine Haare gefärbt sind.

Dann horchte ich tiefer in mich hinein, in meinen Bauch und der teilte mir folgendes mit:

Steh doch zu dir und deinem wahren Äußeren.
Verstecke dich nicht mehr vor anderen und erst recht nicht vor dir Selbst.
Sei stolz auf dich und deine grauen Haare.
Es sind nur Haare.
Du bist nicht deine Haare.

Und seit diesem Moment an freue ich mich über jedes neue nicht pigmentierte Haar, über jede Strähne, die zum Vorschein kommt und mich zu etwas besonderen macht. Denn kein ergrauter Kopf gleicht dem anderen, jeder für sich ist einzigartig und das ist gut so!

Ich möchte niemanden anklagen oder Schwäche unterstellen der sich weiterhin die Haare färbt, ich habe es ja selbst Jahrelang getan. Ich möchte lediglich einen Impuls senden, sich zu fragen, aus welchem Grund man sich die ergrauten Haare färbt. Wenn du dich mit den gefärbten Haaren einfach wohler fühlst, so ganz für dich selbst und nicht, weil andere sonst denken könnten….dann mach das.

Wenn es aber nicht so ist, trau dich und lass der Natur ihren Lauf. Es ist sehr befreiend.

Liebe Grüße

Artikel ·Tierisches

Abschied – Wenn dein Tier stirbt

Von seinem geliebten Tier Abschied zu nehmen ist schwer und tut weh, richtig weh.


Du glaubst,dein Herz wird dir herausgerissen.

Du hast das Gefühl, die Welt hört auf sich zu drehen.

Du ringst nach Luft, dir wird schwindelig

Du bekommst nichts mehr mit von deiner Umwelt .

Du bist verzweifelt und hast das Gefühl, die Zeit, die du mit deinem Tier hattest war viel zu kurz.


So ging es mir in dem Momenten, als meine Tiere über die Regenbogenbrücke gegangen sind. Das Herz meiner Chihuahua Hündin Hope hat am 09.03.2018 um kurz nach 20 Uhr für immer aufgehört zu schlagen Das ist nun mit dem heutigen Freitag, den 06. April 2018 vier Wochen her.

Vier Wochen, in denen nichts mehr so ist wie es fast 15 Jahre lang war. Die Freitage sind seit dem anders für mich als sie es bisher waren.

Freitag ist nun immer Hopi Tag…

 

Es ist etwas leichter inzwischen. Die Schübe in denen die Stiche im Herzen besonders schmerzhaft sind, werden weniger und somit bin ich heute in der Lage, darüber zu schreiben.

Oft werde ich morgens wach und habe das Gefühl, Hopi ist noch bei mir, also physisch. Wenn ich dann realisiere, dass es eben nicht so ist, tut es noch weh. In diesen Momenten versuche ich mir immer die vielen wundervollen Augenblicke die ich gemeinsam mit Hope hatte ins Gedächtnis zu rufen. Und für all diese Augenblicke bin ich unendlich dankbar.

Fast 15 Jahre war sie an meiner Seite und auf einmal ist sie nicht mehr da.

Fünfzehn Jahre!!!

Was war passiert?

Es ging schnell, zum Glück, und ihr Leidensweg war kurz. Plötzlich pumpte ihr Herz wie verrückt und sie bekam schlecht Luft. Wir sind sofort zum Tierarzt gefahren, der uns nach einem kurzen Blick auf Hope sofort weiter in die Tierklinik verwiesen hat.

Es wurde ein Röntgenbild gemacht und es stellte sich heraus, dass sich Wasser in ihrer Lunge gebildet hatte. Ebenso war auf den Bildern zu sehen, dass dunkle Stellen auf der Lunge waren, ob es nun Krebs war oder nicht, spielte keine Rolle mehr.

Wir besprachen uns kurz und beschlossen den Versuch zu starten, das Wasser aus der Lunge zu bekommen. Zwei Entwässerungsversuche schlugen fehl, Hope bekam immer schlechter Luft und so entschied ich mich dazu, sie gehen zu lassen. Alles andere wäre purer Egoismus meinerseits und Quälerei für meine Hündin gewesen. Ich hätte sie über Nacht in der Klinik lassen müssen. Wäre sie dann ganz alleine für immer eingeschlafen oder gar jämmerlich erstickt, hätte ich mir das niemals verzeihen können. Denn die Klinik ist nicht 24 Stunden lang besetzt und die Tiere sind dort einige Stunden ohne Aufsicht.

Zudem gibt es diesen ganz besonderen Moment…

In dem du spürst, wenn dein treuer Begleiter bereit ist zu gehen. Da ist so ein Blick des Tieres ich kann es nicht erklären. Bei den Tieren, die ich bisher bis zur Regenbogenbrücke begleitet habe, war es jedes Mal so. Es ist wie ein kleines stilles Gespräch in denen man sich verabschiedet und dann kommt neben diesem unsäglichen Schmerz diese friedvolle Atmosphäre wenn der Übergang vollzogen wird.

Wir haben Hope mit nach Hause genommen nachdem sie eingeschlafen ist. Ich habe sie im Wohnzimmer auf den Boden gelegt und wir alle, die Hunde und wir Menschen haben einen Kreis um sie gebildet und uns noch einmal gemeinsam von ihr verabschiedet. Auch wenn dieser Moment traurig war, war es doch auch ein schöner Moment. Weil die Euthanasie am späten Abend stattgefunden hat, habe ich Hope in ein anderes Zimmer gebracht und wir haben sie am nächsten Morgen in unserem Garten beerdigt. Auch diesen Moment haben wir in einer schönen Zeremonie begangen und auch hier waren die Hunde wieder mit dabei.

Die Hunde haben mir übrigens sehr dabei geholfen, nicht völlig in meiner Trauer zu versinken und aus meiner Starre heraus zu kommen. Schließlich wollten auch sie versorgt und umsorgt werden. So dämlich diese Phrase in diesem Moment auch klingt, aber es ist so…

Das Leben geht weiter…

aber anders. Und sie schaffen es, mich zu trösten und mir mein Lachen zurück zu geben.

Was hat mir bisher geholfen und was hilft mir weiterhin mit dem Verlust meiner jahrelangen Wegbegleiterin umzugehen?

Was kann dir helfen?


Die Trauer zulassen

Anfangs habe ich krampfhaft versucht, dagegen anzugehen, habe versucht, nicht ständig zu weinen. Dann habe ich beschlossen, all meiner Traurigkeit und meinen Tränen freien Lauf zu lassen, es raus zu lassen und nicht in mich hinein zu fressen, denn ich habe erkannt, dass es das für mich alles nur noch schlimmer macht. Also habe ich mir gefühlt die Augen aus dem Kopf geweint, habe mich von den Weinkrämpfen durchschütteln lassen um irgendwann erschöpft einzuschlafen. Nach nunmehr 4 Wochen kommen mir immer wieder mal die Tränen und auch das lasse ich einfach zu denn es ist in Ordnung.

Darüber reden

Ich habe Menschen um mich, die mich verstehen und in meiner Trauer voll bei mir sind. Ich hoffe auch du hast mindestens einen Menschen, mit dem es dir genau so geht. Ich habe darüber geredet wie es mir geht, wie sich jede Faser meines Körpers anfühlt wenn ich an Hope denke und die Traurigkeit mich übermannt hat. Ich habe meinen Schmerz mitgeteilt.

Schreibe deinem verstorbenen Tier einen Brief

Du kannst deinem verstorbenen Tier auch einen Brief schreiben. Schreibe dir alles von der Seele was dich berührt und was sie so schwer macht. Erwähne aber auch die schönen Momente, an die du immer zurück denken wirst. Erinnerungen sterben nicht

Erstelle eine Fotocollage oder ein Fotobuch

Suche dir die schönsten Fotos deines Lieblings heraus, gestalte eine Collage oder ein Fotobuch. Neben all der Traurigkeit wird dir mit Sicherheit auch das ein oder andere Lächeln beim Betrachten der Bilder übers Gesicht huschen.

Erstelle eine Diashow anhand eines Videos

Erstelle aus den schönsten Fotos ein Video und untermale es mit schöner Musik und Sprüchen. Es gibt unsagbar viele kostenlose Programme und Apps, mit denen du ganz wundervolle Videos gestalten kannst, man kann sogar Fotos und Videoaufnahmen zusammenfügen und somit eine schöne Hommage für dein Tier erstellen.

Rausgehen und etwas unternehmen

Geh raus, fahr an einen schönen Ort oder wenn es dir besser hilft, fahre in die City und mache einen Stadtbummel und kaufe dir etwas schönes. Versuche den Moment zu genießen und einfach mal tief durchzuatmen.

Ich hoffe, meine Tipps helfen dir ein wenig mit dem Verlust deines Tieres umzugehen. Schreibe mir gerne etwas dazu in die Kommentare.

Hast du vielleicht noch hilfreiche Tipps? Lass es mich wissen.

Sei ganz herzlich gegrüßt

Deine

Artikel ·Ausflugstipps

Drømme Hus Das schönste Café der Welt

 

Sternschnuppe unterwegs…

Das Drømme Hus nahe der dänischen Grenze in einem klitzekleinen Dorf Namens Weesby ist ein ganz besonderer Ort für mich.

Dort kann ich

die Welt für eine Zeit lang anhalten,

einfach mal auf die Pause Taste drücken und den Kopf wieder frei bekommen. Das Drømme Hus ist eine Mischung aus Café und Laden, Vintage Cafe und Haus der schönen Dinge, so benennt Lili diesen -ihren- Ort und besser hätte sie es nicht beschreiben können. Denn man kann dort nicht nur die leckersten Kuchen und Torten genießen, sondern auch viele schöne Deko-Artikel im Landhaus und Vintage Stil kaufen oder einfach nur bewundern. Denn für Dekoration und Gestaltung hat Lili wahrlich ein Händchen.

Als ich das erste Mal dort war, war mein erster Gedanke

„Hier ziehe ich ein.“

Für mich ist das immer eine Art Reizüberflutung, jedoch durchweg im positiven Sinne. Es gibt keine Ecke, in der man nichts spannendes und wundervolles entdecken kann. Selbst auf der Toilette ist alles mit viel Liebe und Geschmack dekoriert. Man muss sich also nicht wundern, wenn die Gäste etwas länger auf dem stillen Örtchen verweilen.

Man kommt praktisch aus den Aaah und Ohh Rufen gar nicht mehr raus, egal wo man in diesem Haus und auch im Außenbereich hinschaut, zumindest geht es mir so. Alte Schätze aus vergangenen Zeiten findet man in jeder Ecke. Ich habe sogar eine alte Bravo aus dem Jahr 1978 entdeckt, wie cool ist das denn bitte? Antike Schönheiten tauchen überall auf und man bekommt das Gefühl, auf einer Zeitreise zu sein. Ein Fahrkartenautomat zum Umhängen aus Hamburg Altona. Ich habe den Schaffner förmlich gehört wie er durch den Busgang  läuft und Faaaahrkaaaarten ruft. 30 Pfennig für eine Fahrt, hach das waren noch Zeiten.

Und natürlich ändert sich immer wieder etwas an der Dekoration und so bleibt es interessant, dort zu stöbern.

Und wo bitte kann man sonst das Interieur aus dem Café einfach kaufen?

Ich könnte dort ewig sitzen, genießen, gucken und staunen. Inspirationen finden und Geschichten schreiben. Und natürlich habe ich es nicht geschafft, ohne ein wunderschönes Erinnerungsstück aus der Deko-Abteilung nach Hause zu fahren. Dieser wunderschöne Postkasten durfte mit. Ist er nicht traumhaft? Mit diesem dekorativen Schatz verbinden wir nun auch eine ganz besondere Geschichte…

Außerdem haben wir noch diesem kleinen Hasen ein Zuhause bei uns gegeben. Ich finde, er macht sich richtig gut in der Krone.


Über das Drømme Hus und seine Besitzerin Lili Hansen haben übrigens schon einige Zeitschriften und Magazine  berichtet und auch im Fernsehen war dieses zauberhafte Café  schon zu sehen. Auch in dem neuen Backbuch Süßes zum Anbeißen von Marion Kiesewetter ist Lili mit ihren traumhaften Backkreationen vertreten. Mehr als verdient wie ich finde.

Lili hat sich hier ihren großen Traum in einem kleinen Häuschen verwirklicht. Das Café ist gemütlich und lädt zum verweilen ein. Viele Gäste finden hier nicht Platz, was das ganze für mich noch schöner und wie wir hier oben im Norden sagen hyggeliger macht. Wer also gerne mal das Ambiente und die Leckereien einmal selbst spüren und schmecken möchte, sollte unbedingt einen Tisch reservieren. Besonders beliebt ist auch das Frühstück. Gab es bis vor kurzem ausschließlich Brunch, gibt es seit kurzem auch ein Frühstück a la Card, das bei den Gästen sehr gut angekommen ist, wie sollte es auch anders sein.

Wem das alles noch nicht genug ist, der kann sogar Urlaub bei Lili machen. 2 bis 8 Personen finden in dem ca. 150 Quadratmeter großen Snørkehus Platz, welches ebenso hyggelig und geschmackvoll eingerichtet ist wie das Drømme Hus selbst.

 

Solltest Du also einmal hier oben im hohen Norden Urlaub machen, solltest Du unbedingt einen Abstecher zu Lili machen. Vielleicht sehen wir uns ja dort.

 

Du möchtest mehr über das Drømme Hus erfahren? Hier verlinke ich dir die Homepage vom schönsten Café der Welt.

 

Und hier zeige ich Euch ein paar Impressionen von meinem letzten Besuch bei Lili. Hach, ich sollte viel öfter dort hin fahren.

Die einzelnen Fotos seht ihr hier

Liebe Lili, ich danke dir von Herzen für diesen wundervollen Ort, den du für dich und andere geschaffen hast.

Welches ist Euer schönstes Cafe der Welt?

 

Eure